Lass mich dir meine Geschichte kochen!

Lass mich dir meine Geschichte kochen!

Essen geht durch den Magen, doch die Erinnerung an diese ins Herz!

Eines können viele von uns bestätigen: Das Erwachsenwerden ist eine persönliche und emotionale Erfahrungen, die man meist nicht in Worte fassen kann. So ist es meist auch, wenn es ums Essen geht. Das erste Probieren einer für sich noch fremden Speise. Wie war es als man bei Oma als kleines Kind zu Besuch war, Oma zum Mittagessen rief, man schnell zu Tisch eilte, um ja als erstes am Tisch zu sitzen, und zu erfahren was Oma heute gekocht hat? Ach ja, die Hände hat man sich davor gründlich über eine Minute mit der Seife gewaschen, um ja nicht nochmal vom Tisch aufstehen zu müssen. Als man erwartungsvoll vor sich hin strahlte, während die Beine unterm Tisch vor sich hin zappelten und man darauf wartete, dass Oma endlich das Essen servierte? “Das riecht gut, Oma!”, obwohl man noch gar nicht wusste, was es denn zum Mittag gab.

“Endlich!” dachte man sich und verfolgte aufmerksam und neugierig Omas Bewegungen. “Es ist Omas einzigartige Sauerbraten, der wieder so lecker duftet, mit Kartoffeln als Beilage!” Das muss man sich erst zergehen lassen. Sowie Omas Sauerbraten Erinnerungen weckt hat jeder individuell von uns eine Speise oder sogar mehrere, die Erinnerungen wecken. Vielleicht die erste Kichererbsensuppe im Kindergarten. Mamas selbstgemachten und super leckeren Erdbeerkuchen zum Kindergeburtstag. Und lasst uns nicht das erste orientalische und kulinarische Gericht im Ausland vergessen. Wer kommt nicht ins Schwärmen, wenn man schon daran denkt?

Wir alle haben unser „Madeleine de Proust“…

Definitiv hat das Essenkosten das Potential kraftvoll Erinnerungen von besonderen Momenten zu erwecken. Im Französischen gibt es eine recht gängige Bezeichnung, um dies zu beschreiben: das “Madeleine de Proust” (zu deutsch: „Biskuitkuchen von Proust”). Dieser Ausdruck stammt aus einem besonderen Teil eines Romans des Autors Marcel Proust. Dabei untersucht der Erzähler die Auffassung der ungewollten Erinnerung das im täglichen Leben erfolgen kann, zum Beispiel während man ein kleines “madeleine” mit Tee genießt.

„Madeleines im Backofen backen… Yum!“

Wenn man sich an solch ähnliche Momente aus der Vergangenheit wieder erinnern will, ist das erste woran man denkt im Internet nach Fotos zu surfen, um diese Erinnerung wieder zu erleben. Doch lasst uns das bedenken… Im Gegensatz zur einfachen Tatsache sich ein Foto anzugucken, vorzubereiten und zu speisen, stellt das Essen eine ganze Erfahrung dar, die im Ganzen unsere fünf Sinne involviert. Tatsächlich schauen wir uns immer Essen an. Wir riechen es. Wir berühren es – ob es im Top brodelt oder im Mund knuspert. Deshalb ist das Teilen von Gerichten ein fantastischer Weg einige Erinnerungen zu teilen und einen Teil seiner Geschichte zu erzählen.

Wie „schmeckt“ der Moment ?

Die Besonderheit sich an Speisen zu erinnern (zu englisch: food memory) basiert nicht nur auf Fakten, sondern ist auch durch bestimmte Zusammenhänge geprägt. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich euch von meinem Lieblingsnachtisch aus meiner Kindheit in Frankreich erzählen. Der wird “mille-feuille” (zu deutsch: Blätterteig-Vanillecreme-Schnitte) genannt. Er ist aus Blätterteig-Schichten und Vanillecrème-Scheiben komponiert und in der Tat ist es sehr lecker.

Doch empfinde ich nicht die gleiche Begeisterung wenn ich ein “mille-feuille” zum Nachtisch irgendwo auftaucht. Ich fühle nicht denselben Andrang zu diesem Gebäck wenn ich darin beiße. Nun ja, trotzdem ist es geschmackvoll. Ich wunder mich jedes Mal warum das Gebäck so einzigartig war als ich noch ein Kind war. Wo könnte ich nun dieses einzigartige “mille-feuille” finden mit dem außergewöhnlichen Geschmack und diese begeisternden Gefühle aus meiner Kindheit auslösen kann? De Antwort auf diese Frage ist das die “mille-feuille” vielleicht ein Luftschloss ist? Tatsächlich ist der einzigartige Geschmack der “mille-feuille” ist sicherlich der Geschmack meiner harmlosen Kindheit bei meinen Großeltern nach dem Sonntags-Familienessen.

Zu der Zeit genoss ich die “mille-feuille” zum selben Anlass: Als Krönung zu einem tollen Mittagessen bei meinen Großeltern. Meine Oma wies mir immer eine “mille-feuille” in der Gebäckschachtel zu, die sie vom besten Bäcker in der Stadt kaufte. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich darauf achtete nicht zu viel beim drei Gänge-Menü zu essen, um immer genügend Platz zu haben, um mein Lieblingsnachtisch zu genießen.

In diesem Gesichtspunkt geht es beim probieren und genießen von Essen nicht nur um einzelne Angelegenheiten, stattdessen macht es wirklich Sinn in der Vielfalt der socio-kulturellen Rahmen, die man im Leben erfahren kann. Würde das gleiche Essen so schmecken, wenn du alleine in der Küche essen würdest? Würde das gleiche Essen so schmecken, wenn du es mit der ganzen Familie zu Weihnachten essen würdest? Und wie ist es wenn du das Essen mit fremden Menschen teilst, die du gerade kennengelernt hast?

Genieße das Essen anders indem du es gesellschaftlich erlebst!

Bei CHEF.ONE kannst du als Gastgeber und Chef des Abends anderen deine Lieblingsgerichte kochen und dabei einen Blickpunkt deines Lebensgeschichte in einer gemütlichen Runde erzählen lassen.

Sicherlich hast auch du eine Speise – vielleicht deine Lieblingsspeise, das ein bestimmtes Erlebnis ist, das dich berührt, wenn du darüber sprichst oder davon isst. Schicke uns entweder Fotos oder ein kurzes Video von deiner Geschichte, die du gekocht hast – mit einer kurzen Erklärung (auf unserer Facebook-Seite). Das kann ein Gericht oder auch etwas einfaches wie ein Kuchen. Nutze die Freiheit! Wir werden die Fotos oder das Video auf unserer Facebook-Seite posten.

Die CHEF.ONE-Community bestimmt auf Facebook mit ihren Likes, welche Geschichte sie bewegte und somit am besten gekocht wurde. Der Gewinner bekommt eine Überraschung von uns!