Burgerst Du noch? Die neuesten Food-Trends nach dem Burger-Hype

Burgerst Du noch? Die neuesten Food-Trends nach dem Burger-Hype

Eine Zeit lang schien es so, als gäbe es an jeder Ecke nur noch Burger und Craft Beer, mit vollen Körben Süßkartoffelpommes. Und das war ja auch gut so, bekamen doch alle genau das, was sie essen wollten: Die Optionen für Vegetarier explodierten mit Black-Bean-, Seitan-, Grünkernpatties, Fleischesser bekamen ihre Buletten in immer besserer Qualität – Biobauer statt Massentierhaltung. Dazu Burger von majestätischer Größe vor denen selbst die beherztesten Esser irgendwann in die Knie gehen und ihr Besteck zur Hilfe holen mussten. Der Burger-Hype schien unumgänglich und kannte kein Pardon – egal, ob Vegetarier, Veganer oder überzeugter Meat-Lover.

oder eben so…

Doch kann es ewig so weitergehen? Ist der Burger in seiner Vielgestaltigkeit die letzte Entwicklungsstufe des Casual Dining? Mit anderen Worten: Kommt nach dem Burger-Hype noch was? Die Geschichte zeigt, dass der Fortschritt unaufhaltbar ist. Furchtlose Innovatoren sind ständig bestrebt am Thron des Burgers zu sägen. Wie uns der bahnbrechende Erfolg des Cronuts gezeigt hat – einer Mischung aus Croissant und Donut, für die New Yorker lange Zeit bereit waren sich schon morgens in Schlangen von bis zu hundert Leuten zu stellen – sind Hybride von bekannten Essenslieblingen geradezu ein Erfolgsgarant. Vielleicht bedeutet das auch den Siegeszug des gerade neu erfundenen Hamdog?

hamdog
Furchtlose Innovation oder ein kleiner Schritt in die falsche Richtung?

Um euch einen kleinen Überblick zu geben, was Experten gerade für die begehrtesten Food-Trends nach dem Burger-Hype halten, findet ihr hier eine Liste der elf heißesten Gastronomie-Trends des Jahres, aufgestellt von dem Beratungsunternehmen Baum und Whitman, das sich auf die Gastroszene spezialisiert hat.

  1. Essenslieferungen: Es wird weniger selbst gekocht, stattdessen wird dir das Essen aus dem Restaurant oder der privaten Küche einer anderen Person nach Zuhause, ins Büro oder ins Hotel gebracht – falls du beim letzteren nicht auch schon längst auf AirBnB umgestiegen bist.
  2. Unser Essen wird „cleaner“: Weniger Zusätze, weniger Chemikalien, Verzicht auf Antibiotika in der Tierhaltung und Umweltbewusstsein und Verantwortung auf Seiten der Restaurants – für Mensch und Tier.
  3. Ist es das Ende der Pasta? Gluten und Kohlenhydrate, oh je: Die klassische italienische Pasta hat es nicht leicht. Deswegen wird sie immer häufiger durch spiralförmiges Gemüse ersetzt. Ob Zucchini, Spargel, Wurzelgemüse oder Süßkartoffeln, alles kommt mit der passenden Sauce auf den Teller.
  4. Alles wird aus Gemüse gemacht – und das wird gerne auch mal fermentiert.
  5. Steigende Restaurantpreise – denn auch die Arbeit dort wird immer teurer, weil sie immer fairer bezahlt wird.
  6. Poke: Ein hawaiianisches Gericht. Gewürfelter roher Fisch wird in einer Schüssel mit einer Marinade aus Sojasauce, Macadamianüssen, Zwiebeln, Algen, Avocado, Mango, Sesamöl, Ingwer und Chili serviert. Deutschland hängt dem Trend ein bisschen hinterher, besticht aber auch nicht durch seine Dichte an hawaiianisch-pazifischen Restaurants. Mit Glück kommt ihr vielleicht in einem auf Sushi spezialisierten Restaurant an eure Poke-Schüssel.

    So sieht sie aus, die Poke-Bowl.
    So sieht sie aus, die Poke-Schüssel.
  7. Acai Bowls: Die brasilianische Acai-Frucht wird zu Brei verarbeitet und gefroren und dann mit Milch und anderen Früchten gegessen. Drauf gestreut werden darf, was euch gefällt: Chiasamen, Schokostreusel, Kokosnussflocken, Erdnussbutter.
  8. Frittiertes Hühnchen: Eigentlich merkwürdig, passt es doch eigentlich gar nicht zum eigentlichen Trend des cleanen Wohlfühlessens. Ohne guilty pleasures geht es wohl leider doch nicht.
  9. Aromatische Schärfe: Es reicht nicht mehr, sich die allerschärfsten Gerichte als Mutprobe zu bestellen, um dann mit der verzehrten Scoville-Schärfe anzugeben (die Skala geht bis 16 Millionen und das dementsprechende Gewürz ist zum Verzehr leider ungeeignet), jetzt sollen sie auch noch das tatsächlich nach etwas schmecken. Probiert doch zum Beispiel koreanisches Gochujang oder japanisches Shichimi-Togarashi, um eure Gerichte aufzupeppen.
  10. Essensmöglichkeiten in normalen Geschäften: Gerade wir wissen, dass Menschen lieber dort sind, wo es gutes Essen gibt. Deswegen versuchen Unternehmen Laufkundschaft durch kulinarische Angebote zu locken und zu halten – in der Hoffnung, dass durch die längere Aufenthaltszeit im Endeffekt mehr gekauft wird. Dinnieren im Porsche-Center? Auf einen Snack bei Urban Outfitters? Wem’s gefällt!
  11. Mehr Snacks, weniger Mahlzeiten. Gleichzeitig weniger Süßes und mehr Herzhaftes, mit einer hohen Dichte an Proteinen. So wie Hummus, herzhaftes Popkorn mit Algen und Sesam und Chips mit Mango, Chili und Limette. Oder getrocknetes Fleisch, Jerky genannt. Oder alles, was man aus Bohnen, Linsen und Kichererbsen machen kann. Oder herzhafte Joghurts, wie die von Chobani mit Ananas und Chipotle oder Mango und Sriracha. Was wir sagen wollen: Dem Zucker geht es endgültig an den Kragen.
Herzhafte Snacks statt Burger-Hype
Beef Jerky vom Quechuan-Wort “ch-arki” – bedeutet so viel wie getrocknetes, gesalzenes Fleisch.

Was sind deine Lieblingstrends? Burgerst Du noch oder bist Du allen eine Messerspitze voraus? Haben wir einen Trend übersehen? Dann sag einfach Bescheid oder besser noch: Biete doch du als erste Person das nächste große Ding nach dem Burger-Hype in Deutschland an – zuerst in deiner Küche!