5 Tipps zum Smartphone-Handling am Esstisch!

5 Tipps zum Smartphone-Handling am Esstisch!

Als professionelle Dinner-Crusher ist uns in der letzten Zeit eine Tatsache aufgefallen, die uns erst stutzen, dann zufrieden lächeln und schließlich diskutieren ließ: Die Smartphones der Gäste waren verschwunden! Keiner hatte sein Handy neben sich auf dem Tisch liegen. Keiner holte es aus der Tasche. Und kein einziges der mobilen Fernsprecher machte sich durch lautes Klingeln oder latent-nerviges Fiepen bemerkbar. Und mehr noch: Keiner der beteiligten Gäste machte umständliche Food-Bilder für Instagram bis das Essen kalt war. Und das sicher nicht, weil die Speisen nicht hübsch anzusehen waren. No Smartphone, just good food and new friendships! Eine schöne Tatsache, die wir einfach darauf zurückführen, dass das Dinner selbst und das Kennenlernen neuer Menschen interessanter war, als sämtliche Facebook-News oder Instagram-Followers. Doch warum sind wir unseren alten Freunden oder sogar unseren Partnern gegenüber nicht genau so höflich? Warum legen wir wie automatisch und abgesprochen bei einem Treffen das Handy immer neben uns auf den Tisch? Sind wir so wichtig und müssen immer erreichbar sein? Oder erscheinen uns die Geschichten unserer Lieben als weniger neu und interessant als die Erzählungen unbekannter Gesprächs- und Dinnerpartner?  Wissen wir sowieso schon was unseren Partner oder unsere besten Freunde bewegt und können daher gut und gerne auch noch zeitgleich schauen was der Rest der (medialen) Welt so treibt, liked und postet?  Wann ist es okay aufs Handy zu schauen und wann schlichtweg ein unhöfliches No-Go? Darüber haben wir uns Gedanken gemacht und einen kleinen Guide für dich zusammengestellt.

Dein Smartphone-Handling am Samstagabend:

Es ist Samstagabend und du bist mit Freunden zum Essen verabredet. Kurz mal die Whatsapp-, Facebook-, Instagram- oder Snapchat-Notifications checken während man in geselliger Runde sitzt – wer kennt das nicht? Eigentlich komisch, denn jeder weiß schließlich auch wie doof es sich anfühlt, wenn die beste Freundin aufs Handy guckt statt deiner Erzählung zu folgen oder womöglich während du deine tiefsten Gefühle preis gibst eine Tinder-Nachricht schreibt. Warum können wir eigentlich nicht einmal 60-120 Minuetn ein bisschen unerreichbar für die Welt da draußen sein und nicht auf das Smartphone, sondern in die Augen unseres Gegenübers schauen? Warum tut sich unsere Generation “Facebook” damit so schwer? Der eine empfindet das als “gar nicht so schlimm”, der andere wiederum als echte Beleidigung. Egal, zu welcher Kategorie du gehörst – ein wenig Handy-Diskretion am Esstisch ist durchaus angebracht und deshalb haben wir hier fünf Tipps für dein “Handy in geheimer Mission” zusammengestellt.

1. We believe you can fly! (Airplane Mode)

Du verspürst einen unfassbar starken Drang auf dein Handy zu gucken? Na, wir wollen ja mal – ganz selbstkritisch – nicht von einer Sucht sprechen. Aber seien wir einmal ehrlich: So viel wichtige Nachrichten bekommst du innerhalb von ein, zwei Stunde gar nicht – es sei denn du bist Topmanager, Arzt im Notdienst oder Geheimagent, wobei sich im letzten Fall dein Smartphone nach dem Lesen der Nachricht vermutlich selbst zerstören würde. Um deinem Gegenüber und dir selbst ein wenig Ruhe zu verschaffen, schalte dein Handy am besten in den Flugmodus. Du wirst spätestens nach einem Mal drauf schauen, sehen, dass auf dem Handyscreen nichts passiert und in Folge dessen auch kein zweites mal den Drang eines “Checks” verspüren. Selbsterziehung ist ein guter Weg zur Besserung! Ebenso selbsttherapeutische oder -pädagogische Wirkungen erzielst du neben des Flugmodus auch mit dem Lautlos- oder “Do not disturb”-Modus. Probiere es einfach mal aus! Und du wirst sehen, dass sich die Welt danach noch dreht und du vermutlich ein paar echt entspannte Momente mit deinen Besten hattest wie hier z. B. .

2. Aktiviere das Hosentaschen-Home!

Stell dir vor, du sitzt ganz gemütlich mit Freunden beim Dinner. Ihr habt lecker geschmaust und die Bedienung will abräumen. Beim Entgegennehmen der Teller rutscht ein Messer ab und…. WUAAAH! Knallt mit der scharfen Spitze akkurat auf den Display deines Smartphones. Doofe Sache. Noch dümmer, wenn du dich jetzt – wie es uns passiert ist – im Ausland befindest und du weder Lust, Zeit oder Elan verspürst stundenlange Polizeiberichte auszustellen, wobei noch nicht einmal klar ist, bei wem die Schuld liegt. Zoom zurück! Das ganze wäre nämlich gar nicht erst passiert, wenn du dein Handy erstens nicht auf den Tisch und zweitens nicht mit dem Display nach oben hingelegt hättest. Schon alleine, um deinen kleinen, elektronischen Freund vor gefährlichen Attacken aus der näheren Umgebung zu schützen, solltest du dein Smartphone einfach in der Hosentasche lassen. Angst vor Bootycalls? Dann lege dein Handy wenigstens mit Display nach unten auf den Tisch. So werden du und deine Dinner-Freunde nicht ständig von sämtlichen Push-Nachrichten und hektischem Geblinke auf deinem Smartphone gestört und ihr könnt euch alle auf das Gespräch und euer leckeres Abendessen konzentrieren. Merke: Schütze dein Smartphone und dich selbst und aktiviere das Handy-Hosentaschen-Home!

3. Don´t blog, be real!

Wie großartig ist doch diese schöne, neue Instagram-Snapchat-Welt, in der wir alle mit einem Wisch zum Social-Influencer, Food-Blogger, Fitness-Expert oder Fashion-Vorbild werden können. Es ist auch ganz große klasse, dass dein Smartphone vor lauter Instagram-Likes und tonnenweise-k-Followern richtig heiß läuft und dir ganz warm ums Herz wird. Und es ist auch wirklich ok, dass du beim Essen mit Freunden ein kurzes Bild von deinem Teller machst. KURZES Bild! Was nämlich gar nicht geht, ist dieses Bild dann stundenlang zu bearbeiten und die richtigen Filter, Hashtags oder Sprüche zu wählen, damit du dich dann pünktlich zum Dessert im digitalen Applaus baden kannst – und das Essen deiner Freunde sowie die allgemeine Stimmung kalt geworden sind. Lade deine Bilder doch besser nach dem Abend daheim oder einfach am nächsten Tag hoch und genieße jetzt den Moment: Denn du bist schließlich hier, um mit deinen realen Freunden ein echtes Dinner zu dir zu nehmen. Sprecht miteinander. Lacht. Habt Spaß! Genieß dein Steak und den Abend. Influencen kannst du später auch noch. Und immer bedenken: Being real rules the world!

4. Social-Rest-Room

Die Natur hat jedem Smartphone-Verbot zum Trotz für eine geradezu zwingende, physische Pause gesorgt, während der du ENDLICH deine Nachrichten, Facebookverläufe, Likes, Mails, Katzenvideos, Tinder-Herzchen oder die aktuellen Aktienkurse checken kannst! Oder gleich alles auf einmal! Nämlich genau in dem Moment, in welchem du die heilige Klotür aufmachst und dein Handy vor dem Herunterlassen der Hose aus der Tasche der selbigen holen darfst. Wie gut, dass es Restrooms gibt und wie gut, dass dein Körper nach diesen verlangt. Eine Sache solltest du allerdings beachten: Behalte die Zeit deiner Sitzung im Auge, sonst kannst du dich beim Zurückkommen an den Tisch auf angeregte Diskussionen über deine Darmtätigkeit oder Blasenschwäche einstellen. Und das ist selbst uns Socialmedia-Offenheits-Fanatikern ein wenig zu Privat.

5.Turn off the lights!

Unser letzter Tipp ist gewagt, radikal, völlig neu und absolut innovativ: Schalte dein Smartphone doch einfach mal komplett aus! Nicht weinen, jetzt. Auch wenn dich der bloße Gedanke gerade in ein großes schwarzes Loch der Hilflosigkeit, Einsamkeit und der völligen Isolation wirft – sei mutig und stark! Switche es off und genieße die Ruhe des schwarzen Displays. Und jetzt schau dich um: Du siehst deine Freunde, ein tolles Dinner, nette Gespräche und einen Bombenabend mit ungeplantem Ausgang. Die Welt gehört dir und deinen Freunden! Du musst dich keinen digitalen Einschränkungen und Zwängen unterwerfen, keine Nachrichten beantworten oder Mails lesen. Du bist frei! The night is yours! Lebe dein Leben, genieße den Moment und das Miteinander in der REALITÄT. Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen, das funktioniert aber nur im offline leben. Das hört sich gar nicht mal so trostlos und schlimm an? Ist es auch nicht. Dein Smartphone einfach mal abzuschalten ist sogar äußerst wichtig, damit du auch abschalten kannst und dich nicht dauergestresst fühlst. Einmal nicht erreichbar sein, sondern die Umwelt und das reale Leben erleben – das ist im Übrigen auch ein wirklich wichtiger Faktor, um nicht in ein zünftiges Burn-Out oder eine Depression ab zu rutschen. Abschalten zum Abschalten! Und zwar ohne “Call me maybe”.

 

Zum guten Schluss…

Nachdem du diesen ganzen Artikel gelesen hast, eine kurze Frage: Hast du währenddessen a) eine SMS oder WhatsApp geschrieben oder b) deine Instagram-Benachrichtigungen gecheckt? Falls du einen dieser Punkte mit ja beantwortest, kehre bitte sofort an den Anfang des Textes zurück und gehe nicht über Los… Spaß beiseite! Wir alle leben in dieser digitalen Socialmedia-Welt. Das ist okay so und sogar toll, denn wir haben jede Menge neue Möglichkeiten uns selbst zu verwirklichen und die Welt kennenzulernen. Aber trotzdem sollten wir eine Wahrheit niemals aus den Augen verlieren: Es lohnt sich manchmal über den Handy-Rand zu gucken – oder das geliebte Smartphone sogar ganz wegzulegen. Denn Spaß ist, was du draus machst und der passiert nun mal in der Wirklichkeit. Also: Augen auf, reden, Leute kennenlernen, schmecken wie toll dein Essen ist und hören was deine Freunde erzählen. Denn so einen tollen Filter wie die reale Welt gibt es gar nicht auf Instagram.